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VOGUE BEAUTY

SWING IT!


JE LEICHTER, DESTO SCHWERER:
EIN DÜNNER STAB MACHT SPORT -FURORE


Sport verfügt über religiöse Qualitäten. Schließlich heißt es Körperkult; und wer glaubt, den Weg zur Erbauung von Körper und Geist, also zur Idealfigur, gefunden zu haben, verfolgt ihn mit heiligem Ernst. Meine Fitness-Prinzipien beinhalteten 1. die Überzeugung, dass effektive Muskelarbeit nur mit schwerem Gewicht beziehungsweise Widerstand gelingt, 2. die daraus resultierende Aversion gegen ebenso schnell gepushte wie vergessene Trendgeräte (wer kennt schon noch Slize-Matten?), 3. die Gewissheit, dass ich selbst oder gerade beim Bodystyling attraktiven Männern nicht meine Problemzonen vorführen möchte. Dann machte man mich mit einer etwa 1,50 Meter langen, 630 Gramm leichten Fiberglasstange namens "Flexi-Bar" bekannt, mit der Aufforderung, diese "einfach mal zu schütteln".

Seitdem empfinde ich Bankdrücken mit der Langhantel als leichtere Übung, besitze ein veritables Trendgerät und habe mit einem ehemaligen Mister Germany ausführlich über, nennen wir sie optisch relevante Stellen wie meinen Trizeps oder den unteren Rückenbereich gesprochen. Leider nicht nur gesprochen: Die von Adreas Sasse und dem Flexi-Bar-Team entwickelte und mittlerweile in rund 200 deutschen Fitnessstudios praktizierte Methode setzt genau (und genau spürbar) an jenen Stellen an, die Frauen besonders interessieren - Arme, Schultern, Rumpf, Taille, Beckenboden und vor allem die Tiefenmuskulatur entlang der Wirbelsäule.

Ziel - und Trainingsinhalt - ist, die mit einem Griff und zwei zylinderförmigen Endgewichten aus Naturkautschuk versehene Stange zum Schwingen zu bringen, Die dabei entstehenden Fliehkräfte setzen sich bis tief in den Körper fort; der versucht reflexartig, die Schwingungen auszugleichen - eine Anstrengung, die bis in die kleinsten, sonst nie beanspruchten Muskelgruppen wirkt, sie jedoch nicht überlastet. Dass solche Sonderschichten nicht nur Haltungsschäden, Rückenbeschwerden und Osteoporose vorbeugen, sondern auch den Stoffwechsel ankurbeln, lässt sich in der Praxis verblüffend schnell nachvollziehen: Wer 15 Minuten (vermutlich eine der längsten Viertelstunden Ihres bisherigen sportlichen Lebens) swingt, glaubt geradezu zu fühlen, wie sich im Körper neue Mitochondrien bilden - jene sympathischen Zellkraftwerke, die für unseren Grundumsatz zuständig sind.

Wie bei vielen sanft-effizienten Body-Treatments (der Fiberglasstab kommt aus der Reha-Arbeit), lautet das Credo: Spannung! "Beine, Po und Bauch fest, Brust raus, Schulterblätter nach hinten und Richtung Boden gezogen, Arme fast durchgestreckt", beschreibt Profi Sasse die Position, aus der optimal "angeschüttelt" wird - zum Einstieg am besten nach vorn und hinten, bei waagerecht gehaltenem Stab. Typischer Start-Fehler: das Gerät vor allem mit den Fingern und Unterarmen bewegen zu wollen - ich bezahlte mit einem Muskelkater, als hätte ich mein sich mit Händen und Füßchen wehrendes Baby dauergewickelt. Um effektiv aus dem Rumpf zu arbeiten, solle man die Stange "wie ein rohes Ei halten", rät der Coach und bemüht für VOGUE eine glamourösere Metapher: "Wie ein Champagnerglas, nur mit zwei Fingern pro Hand." Und tatsächlich: In dem Maß, wie sich der anfängliche Gummigeruch des Flexi-BArs verflüchtigte, wuchs mein Gefühl für ihn. Nach drei Einheiten schlug er aus wie eine Wünschelrute - zwar nicht mit der zischenden Geschwindigkeit, mit der Stabs-Chef Sasse seine männlichen Kunden gern in fiebrigen Ehrgeiz versetzt, aber in einem gleichmäßigen, irgendwie beruhigenden Rhythmus. Solange dieser beibehalten wird, ist man sogar bei Bauchübungen auf dem Boden vor falschen Bewegungen und Verletzungen geschützt. Wer richtig schüttelt, kann mit dem Flexi-Bar also auch zu Hause trainieren. Und die Hanteln anderen überlassen.
CAROLIN SCHUHLER

Produkt- und Übungsinfos sowie Adressen sind im Internet unter www.flexi-bar.de zu finden.

VOGUE - September 03 [ Übersicht ]

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