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Neue Methoden gegen Rückenschmerzen

Fast jeder Dritte trägt inzwischen sein Kreuz mit dem Kreuz. Wir sitzen zu viel, belasten den Rücken zu einseitig, bewegen uns zu wenig


Rückenschmerzen - eine Volkskrankheit. Vier von fünf aller Menchen hierzulande hatten schon mal Probleme mit dem Kreuz. Knapp die Hälfte von ihnen leidet regelmäßig unter Beschwerden.
Das Paradoxe: Genau gegenommen sind Schmerzen im Rücken keine Krankheit, sondern Warnzeichen, dass bei unserer Wirbelsäule etwas schief läuft. "Je früher wir auf diese körpereigene Alarmanlage hören, nach Ursache forschen und gegensteuern, umso leichter kommen wir aus dem Teufelskreis "Schmerzen - Verspannung - noch mehr Schmerzen" heraus", sagt Dr. Francis Kilian, Wirbelsäulenchirurg an der St.-Josef-Klink in Koblenz und erster Experte unseres großen Gesundheits-Checks.
Rücksicht auf den Rücken: Entlasten Sie Ihren Rücken und befreien Sie sich von überflüssigen Pfunden. Am besten durch Bewegung (dreimal die Woche 35 Minuten spazieren gehen oder schwimmen); fünfmal täglich Obst und Gemüse; weniger tierisches Fett.
Haltung bewahren:
- Egal ob zu Hause, im Büro oder im Auto - Brust raus und den Kopf hoch!
- Wechseln Sie Ihre Sitzposition, stehen Sie häufiger auf und vertreten Sie sich die Beine.
- Die Matratze sollte dem Gewicht angepasst sein. Das Kopfkissen nicht unter die Schulter rutschen - Kopf und Wirbelsäule dabei in einer Geraden sein.
-Leicht nehmen: Heben oder tragen Sie nichts, was Sie auch schieben oder ziehen könnten. Jede Beugung belastet die Wirbelsäule zusätzlich.
- Gehen Sie immer mit aufrechtem Rücken in die Knie, wenn Sie etwas auf- oder anheben.
Stark sein: In der Rückenschule (Adresse über Krankenkasse) oder im guten Fitness-Studio können Sie sich gezielt um den Aufbau der Rückenmuskulatur kümmern. Gut sind auch Schattenboxen (Qi Gong), Pilates und autogenes Training zur Entspannung.

Wichtig: Zögern Sie den Arztbesuch bei Beschwerden über eine Woche nicht hinaus. Swonst droht die Gefar, dasss sich der Schmerz festsetzt. Unser Test (rechts) hilft dabei

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Ob Sie im Fitness-Studio mit gezielten Übungen die Muskulatur stärken, per vibirierendem Stab, dem Flexibar, für Lockerheit im Kreuz sorgen oder durch Dehnen Verspannungen vorbeugen - alles ist besser als Nichtstun

Immer locker bleiben: Die Physiotherapie ist Basis jeder Behandlung von Rückenschmerzen. So verbessert sich die Beweglichkeit der Muskeln, Bänder und Gelenke, die Schmerzen werden weniger. Besonders gut: Wärme (z.B. Sauna, Fango, Moor), Massagen, Osteopathie oder eine kombinierte Bewegungs- und Hydrotherapie (Gymnastik im warmen Wasser). Zu Hause lösen Badezusätze (z.B. Pinimenthol-Bad N) Verspannung.

Entzündung hemmen: Bei Funktionsstörungen der kleinen Wirbelgelenke treten häufig Entzündungen auf. Hier hilft Kälte oft besser als Wärme - z.B. die Kältekammer bei minus 70 Grad. Bei empfindlichen Patienten belasten herkönmmliche Schmerzmittel den Magen. Deshalb empfehlen Ärzte in der Akutphase antientzündliche, kortisonfreie Präparate mit der Substanz Acemetacon, die den Wirkstoff über den Tag verteilt freisetzen. Die Alternative: teurere, so genannte COX-2-Hemmer (z.B. Vioxx Dolor).
Zur lokalen Entzündungsbehandlung geeignet ist die PRT (periradikuläre Therapie). Bei dieser ambulanten Behandlung wird millimetergenau unter Röntgen-CT-Sicht Kortison and die Entzündung gespritzt. Durch die lokale Anwendung gibt es keine Nebenwirkung des Medikaments.
Sanfte Eingriffe: Wenn vor ein paar Jahren die Bandscheibe zwischen den Wirbeln hervorrutschte und sich nicht wieder zurückzog, war der Griff zum Skalpell ganz normal. Das Problem bei der OP: wegen der Narbenbildung kehrte in bis zu 22 Prozent aller Fälle der Schmerz zurück. Deshalb greifen immer mehr Ärzte zum Rückenkatheter: Über einen Minischnitt am Steißbein wird ein Kunststoffschlauch bis zur betroffenen Bandscheibe vorgeschoben, über ihn dann Enzyme eingespritzt, die die Bandscheibe zum Schrupfen bringen. Neueste Weiterentwicklung an der Uni Helsinki: Immunstoffe - so genannte TNF-alpha-Hemmer - beruhigen die durch den Druck der Bandscheibe entzündete Nervenwurzel. "Und selbst wenn die Bandscheibe heute vollkommen kaputt ist, können wir in vielen Fällen den letzten Schritt, die Wirbelsäulenversteifung noch verhindern" sagt Dr. Francis Kilian. "Das neue, bewegliche Dynesys-System aus Kunststoff und Titan wird vom Rücken her an der Wirbelsäule befestigt und übernimmt einen Großteil der Stoßdämpfeerfunktion, entlastet die Bandscheibe."
Modernes Schmerzmanagement: Traurig, aber wahr - zwei Millionen Deutsche leiden unter chronischen Rückenschmerzen. Bei ihnen haben sich die Beschwerden festgefressen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt hier Opioide, wie das moderne Schmerpflaster "Transtec" , das nicht abhängig macht.

FREIZEIT REVUE - Januar 04 [ Übersicht ]
 

 

 

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